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Halbzeit: Data4City über die PinCity App

Nadia Hilger

Nadia Hilger

17.01.2019

Halbzeit: Data4City über die PinCity App
Nadia Hilger

Nadia Hilger

17.01.2019

Eine Vision nimmt Form an: Halbzeit bei Data4City und die PinCity App

Seit reichlich einem Jahr arbeiten IT Spezialisten und wissenschaftliche Mitarbeiter des WISSENSARCHITEKTUR LABORATORY OF KNOWLEDGE ARCHITECTURE der TU Dresden und der Spectos GmbH gemeinsam am Innovationsprojekt Data4City, einem durch den ESF geförderten Forschungsprojekt. Wir sprachen mit dem wissenschaftlichen Koordinator des Projektes, David Hick, zum aktuellen Stand und über die Entwicklung der PinCity App.

Spectos: Ein Jahr ist vergangen, es ist quasi Halbzeit. Was ist die Vision für Data4City, was ist daraus geworden?

D.H.: Mit unserem Hintergrund der Architektur entstand die Idee zu Data4City aus dem Ansatz der agilen Stadtplanung. Wie können Städte flexibler in sozialen Strukturen und Bauplanungen werden? Basierend auf dem neuen Ansatz datengetriebener Geschäftsmodelle entwickelte sich die Vision eines Informationsnetzwerks zwischen den Bürgern und für die Städte. Wie können Bürgerbedarfe identifiziert werden und was können Städte und Stadtverwaltungen tun, um bestehende Probleme zu verbessern? Wir haben festgestellt, dass es inzwischen viele Partizipationsprojekte gibt. Diese sind allerdings immer sehr aufwendig und bedürfen aktiver Gestaltung.

Spectos: Wie hat sich das Projekt entwickelt?

D.H.: Nach einer langen Orientierungsphase und intensiven Gesprächen mit verschiedenen Stakeholdern hat sich der Konsens gebildet, eine interaktive App zu entwickeln. Diese wird in den kommenden Wochen in der Beta-Version getestet werden. Hierzu suchen wir auch noch Betatester in Dresden, die uns Feedback geben. Ziel ist es, dass Bürger geolokale Informationen zu verschiedensten Standorten wie Supermärkten, Haltestellen, Spielplätzen und anderen relevanten Themen in ihrem Stadtteil hinterlassen und die Fragen anderer Bürger zu konkreten Sachverhalten an konkreten Standorten beantworten. Zusätzlich sollen mittels Analyseverfahren die gesammelten Daten nach verschiedenen Kriterien ausgewertet werden, um daraus entsprechende Entwicklungsmaßnahmen abzuleiten. Man kann sich das System wie eine Art Chatbot vorstellen, der durch gezielte und ungezielte Fragen die Umgebung qualitativ scannt.

Spectos: Smart City Versuchsmodelle gibt es sehr viele. Ist Data4City einfach ein weiteres Projekt oder worin unterscheidet es sich von anderen Innovationsinitiativen?

D.H.: Ein großes aktuelles Thema derzeit ist die partizipative Stadtentwicklung. Wie kann die Bevölkerung aktiv in die Stadtentwicklung involviert werden?

Im Forschungsprojekt hat sich so Stück für Stück der Begriff der “indirekten Partizipation” geformt. Die These ist, dass es viele Bürger gibt, die Interesse an ihrer Nachbarschaft haben, aber nicht die Zeit und Motivation, um aktiv zu partizipieren.

Die meisten existierenden Smart City Projekte erheben quantitative Daten auf Basis von Sensoren, die Lufttemperatur, Verschmutzung, Lärm usw. messen. Data4City unterscheidet sich dadurch, dass es nach unserem Wissensstand das einzige Projekt ist, welches kontinuierlich qualitative Daten erhebt. In jedem Stadtteil gibt es eigene Themen und Sachverhalte, um die Lebensqualität im Quartier zu verbessern. Mittels der App soll es gelingen, gezielt und dauerhaft qualitative lokale Daten zu erhalten. Statt aufwändiger und punktueller Bürgerbefragungen, die aller 2 Jahre durchgeführt werden, können mit der App fortlaufend und kontinuierlich Daten gesammelt werden. Aufbereitet und visualisiert in einem Stadtplanungs-Dashboard können diese Echtzeit-Daten beispielsweise die Consulting-Grundlage für Stadtplaner bilden. Mittelfristig können sie sogar einen direkten Kanal zwischen Stadt und Bürger bilden, indem beispielsweise Sofortmaßnahmen wie gemeinschaftliche Müllsammlungsaktionen ausgelöst werden.

Spectos: Als Name der in der Entwicklung befindlichen App ist PinCity geplant. Warum PinCity App?

D.H.: Das war ein intensiver Findungsprozess mit externen und internen Partner. Wir hatten sehr viele Ideen. Der Name sollte beschreiben, was mit der App möglich ist und gleichzeitig nicht zu viel verraten. Der Begriff des “Pinnens” ist bezogen auf eine Pinnwand, auf der man z.B. Ideen und Gedanken sammelt. Genau das ermöglicht PinCity in einer kooperativen Weise und direkt ortsbezogen: Ideen, Fragen & Anregungen werden auf einer digitalen Karte des Stadtteils hinterlassen und zur Debatte freigegeben.

Spectos: Danke für das Interview. Wir freuen uns über weitere Updates zum Stand der PinCity App!

P.S.: Interessiert, beim Testen der PinCity App mitzuwirken? Dazu einfach eine E-Mail an David Hick schicken mit dem Betreff “Beta-Test PinCity App” oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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