Best Practice Award 2016 GOR

GOR wird 18 und wir waren live dabei

Vom 2. bis 4. März war es wieder soweit und Deutschlands einflussreichste Messe zur Onlineforschung, die General Online Research Conference, kurz GOR, fand mittlerweile zum 18. Mal statt. Dieses Jahr fungierte die HTW Dresden als auserkorener Veranstaltungsort und so waren wir kurzerhand ebenfalls dabei, um uns über aktuelle Trends und neue Entwicklungen zu informieren.

Die GOR war auch dieses Jahr durch ihren sehr internationalen Flair geprägt. So stammten die Gastredner und Podiumsgäste u.a. aus Belgien, Spanien, Holland, Amerika, Großbritannien und natürlich Deutschland. Auch das diesjährige Programm war genauso abwechslungsreich und interessant wie seine Gäste. In verschiedenen Vorträgen, Workshops, interaktiven und offenen Diskussionen sowie den Wettbewerbsvorträgen für den GOR Best Practice Award und den GOR Thesis Award wurden die neusten Erkenntnisse im Bereich der Markt- und Onlineforschung debattiert.

Im Loungebereich wurde während der Konferenz nicht nur für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt, sondern zeigten sich hier auch verschiedene Poster mit den Ergebnissen unterschiedlicher Studien zur Onlineforschung. Im Laufe der drei Konferenztage wurde jedes individuell vorgestellt und das Beste erhielt am Ende den GOR Poster Award. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an das Poster „Mixed-Method Approaches in Enterprise Social Software Evaluation“ von Jan-Mathis Schnurr , Christina Bülow und Sebastian Behrendt. Die Studie gab detaillierte Einblicke, wie die gezielte Kombination unterschiedlicher Erhebungsmethoden die Aussagekraft und Validität von Evaluationen verbessern kann.

Best Practice Award 2016 GOR

Best Practice Award 2016 GOR (Copyright: K. Lassig, Medienzentrum TU Dresden)

Für uns startete die Konferenz mit den Vorträgen für den GOR Best Practice Award. Jeder Teilnehmer hatte 15 Minuten Zeit sein innovatives Vorgehen in der Onlineforschung zu präsentieren. Im Anschluss der Präsentation stellten sich die Vortragenden noch den Fragen der Jury und des Publikums. In diesem Jahr wurden Tom De Ruyck und Anouk Willens von InsitesConsulting sowie Annemiek Temming von Danone Dairy mit der Auszeichnung für ihre Studie „The Insight Activation Studio“ prämiert.

„Was steht eigentlich auf dem Spiel? Wird Research sinnlos?“

Diese Frage beschäftigte die Teilnehmer einer offenen Diskussionsrunde. Debattiert wurde dabei über folgende Themen:

  • Methodikfragen
  • neue Player in der Online Marktforschung
  • Umgang mit dem Thema Big Data
  • Herausforderungen der Repräsentativität
  • Social Media Forschung
  • Marktforschung als unternehmerische Entscheidungshilfe

Eine Stunde reichte natürlich bei Weitem nicht aus, um die Zukunft der Online Marktforschung umfassend zu beleuchten. Allerdings konnten neue und interessante Impulse und Denkanstöße für zukünftige Projekte gesammelt werden.

Jana Diesner von der University Illinois auf der GOR16

Jana Diesner – iSchool der Universität von Illinois Urbana-Champaign (Copyright: K. Lassig, Medienzentrum TU Dresden)

Mobile Web Surveys werden, angesichts stetig wachsender Nutzung von mobilen Endgeräten, von immer größerer Bedeutung für die Markt- und Onlineforschung. Im Zusammenhang damit wurden verschiedene Einflussfaktoren diskutiert:

  • Bedeutung von Incentives und deren Darreichungsform für die Teilnahme an Mobile Surveys via App
  • Auswirkungen von Grid versus Item-by-Item Designs auf Umfrageergebnisse, die via Smartphone generiert werden
  • Beeinflussung offener Fragen durch die Beantwortung am PC oder mit dem Smartphone

Am letzten Konferenztag führte uns die Session zu Datenqualität und Repräsentativität in die Tiefen der Materie. Veranschaulicht wurden, wie sich die Datenqualität zwischen profilierten, vorrekrutierten Online Panel Samples und nicht-profilierten, nicht vorrekrutierten River Samples unterscheidet. In diesem Zusammenhang wurde weiterhin dargestellt, wie Text Mining in Social Media klassische Marktforschung bereichert und wie die Repräsentativität von Onlinestudien durch psychologische und umfragerelevante Faktoren gesteigert werden kann.

„Cool, ich bin Marktforscher?! Von Hard facts, Soft facts und einem Berufsbild im Wandel“ lautete der Titel einer spannenden Diskussionsrunde, in welcher sich die Marktforschungsbranche selbst den Spiegel vorhielt. Diskutiert wurde unter anderem über die Vor- und Nachteile der Digitalisierung der Marktforschung, den Wandel des Berufsbildes und die Rolle des Marktforschers selbst.

Vincent Hendricks von der Universität Kopenhagen auf der GOR16

Vincent Hendricks – Center for Information and Bubble Studies an der Universität Kopenhagen (Copyright: K. Lassig, Medienzentrum TU Dresden)

Frisch gestärkt nach dem Mittagessen gewährte eine aufschlussreiche Session zum Thema Mode-Effekte bei Mobile Web Surveys Einblicke in die Frage, wie sich unterschiedliche Arten der Datenerhebung auf die Zusammensetzung von Studien und ihre Ergebnisse auswirken können. Eine besondere Rolle spielten dabei:

  • Auswirkungen verschiedener Bildschirmgrößen auf Umfrageergebnisse
  • Einfluss der Nutzung von Smartphones für die Beantwortung sensibler Fragen auf die wahrgenommene Studienerfahrung
  • Effekte der Umfrageteilnahme per PC/Laptop versus Smartphone, sowohl auf die Samplezusammensetzung als auch auf die Studienergebnisse

Natürlich wurde auch die technische Seite der Online Marktforschung und die Neuerungen auf diesem Gebiet bei der GOR intensiv beleuchtet. So wurde in der Session zur Human-Computer Interaction unter anderem der neue Fragetypus TinSort vorgestellt. Dieser moderne Ansatz bedient sich der sogenannten „Tinder-Methode“. Jene konzentriert sich auf die grafische Präsentation von Fragen und deren anschließender haptischer Beantwortung. So können Probanden ihre positive oder negative Antwort ganz einfach abgeben, indem sie auf ihrem Bildschirm nach links oder rechts wischen bzw. klicken.

Die GOR16 war für uns ein sehr spannendes Erlebnis, mit vielen neuen Ansätzen und Impulsen, die uns in der täglichen Arbeit enorm bereichern. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

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